Fairer Handel – eine nachhaltige Alternative
Der Handel zwischen Industrie- und Entwicklungsländern funktioniert nach folgendem Prinzip: Die Preise für die "Kolonialwaren" wie Kaffee, Zucker und Kakao werden nicht von ihren Produzenten kalkuliert, sondern an der Börse ausgehandelt.
Fällt die Ernte besonders knapp aus, steigen zwar die Weltmarktpreise. Doch von diesen höheren Preisen profitiert hauptsächlich der Händler. Und wenn die Erzeuger tatsächlich höhere Preise erhalten, werden die kurzfristig erhöhten Einnahmen durch die geringen Mengen wieder zunichte gemacht. Dies gilt besonders für Kleinbauern, die darauf angewiesen sind, dass Zwischenhändler ihre Waren kaufen. Das Geld das sie dafür bekommen, reicht oft kaum zum Leben. Ganz zu schweigen von Aus- und Weiterbildung, medizinischer Versorgung oder Altersvorsorge.
Doch nicht nur die Kleinbauern leiden unter den Strukturen des weltweiten Handels. In vielen afrikanischen Staaten verlieren zehntausende Menschen ihre Arbeitsplätze in der Textilindustrie. Der Grund: Textilien, die bei Altkleidersammlungen gespendet werden, werden zum Teil direkt an Bedürftige abgegeben.
Rund 30 Prozent der (oft sehr gut erhaltenen) Altkleider landen auf den Märkten afrikanischer Staaten. Dort werden Sie zu Preisen verkauft, die weit unter denen der einheimischen Produkte liegen. Da die einheimische Bekleidungsindustrie mit den Preisen dieser importierten Kleidungsstücke nicht konkurrieren kann, wird sie in den Ruin gertrieben.
Hier kommt jetzt der Ansatz des Fairen Handels ins Spiel!
Fair handeln bedeutet nämlich, Bedingungen zu schaffen, die es den Menschen in der sog. "Dritten Welt" ermöglichen, ein menschenwürdiges Leben zu führen. Das heißt: ihnen ein angemessenes Einkommen zu verschaffen, das nicht nur ihre Lebensgrundlage sichert, sondern auch Bildung, medizinische Versorgung, und Altersvorsorge ermöglicht. Dabei geht es nicht um die Verteilung von Almosen, sondern um gleichberechtigte Partnerschaft zwischen den reichen Ländern des Nordens und den armen Ländern des Südens.
Wie funktioniert der Faire Handel?
Fairhandelsorganisationen treten als Direktimporteure unter Ausschaltung des kommerziellen Zwischenhandels auf. Handelspartner sind in der Regel Kleinproduzenten, die auf dem Weltmarkt besonders benachteiligt sind. Ihre Produktionsmengen sind zu gering, um mit den Importeuren in den Industrieländern direkt zu verhandeln.
Auch Plantagen im Privatbesitz können Handelspartner im Fairen Handel sein. Das ist vor allem im Teebereich der Fall. Hier liegt das Ziel des Fairen Handels darin, für die Plantagenarbeiter Arbeitsbedingungen zu schaffen, die mindestens den gesetzlichen und tariflichen Bestimmungen entsprechen. Darüber hinaus werden die Plantagenbesitzer motiviert, die Lebensbedingungen ihrer Arbeiter weiter zu verbessern. Kernelemente der Fairhandelsorganisationen sind:
- Handel ausschließlich mit Projektware
- Zahlung gerechter, von den Produzenten kalkulierter Preise
- Förderung von Gemeinschaftsaufgaben im Gesundheits-, sozialen und politischen Bereich
- Vorfinanzierung der Produktion
- Kontinuierliche Zusammenarbeit und langfristige Verträge
- Unterstützung einer nachhaltigen Projekt- und Produktentwicklung
Als Beispiel für Fairhandelsorganisationen seien hier genannt: Gepa, el puente, banafair, dritte-welt-partner Ravensburg.
Noch ein kleiner Blick auf die Produktpalette des Fairen Handels:
Sie reicht heute von Kaffee, Tee und Schokolade über Honig bis hin zu Textilien und Handwerksprodukten. Mehr und mehr fair gehandelte Lebensmittel stammen aus ökologischem Anbau und sind entweder von lokalen und oder von deutschen Organisationen zertifiziert. Darüber hinaus leisten die Produzenten des Fairen Handels durch Verzicht auf Monokulturen, durch schonende Bodenbearbeitung und durch Naturschutzprojekte einen wichtigen Beitrag zur Umwelt - eine der zehn Kernforderungen der Kampagne Rio+10.
Unsere Partner
Dritte Welt Partner
| Gepa ![]() | El Puente |
TransFair www.transfair.org![]() | Weltläden www.weltlaeden.de | Stiftung Entwicklungszusammenarbeit Baden - Württemberg www.sez.de
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